Im Sinne einer einer weiteren Differenzierung und Flexibilisierung der medizinischen Rehabilitation haben wir mit der Westfälischen Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (WAG) die Angebote ambulanter / teilstationärer Adaption entwickelt.

Über diese Form der Rehabilitation wird eine langsame Ablösung aus dem stationären Rahmen ermöglicht, so dass sich die Patienten im eigenen Lebenskontext weiter stabilisiern können. In dieser schwierigen und belastenden Übergangssituation ist zu berücksichtigen, dass viele Patienten erstmalig eine eigene Wohnung beziehen, allein mit ihrem eigenen Lebensumfeld zurecht kommen und i.d.R. den Anforderungen eines Arbeitsplatzes genügen müssen.

Insbesondere in den ersten Wochen nach Abschluss einer stationären Behandlung ist es für die Patienten schwierig, ohne Hilfestellungen und Kontrolle ihren Lebensalltag zu strukturieren und den alltäglichen Verpflichtungen nach zu kommen. Immer dann, wenn „Freiräume / Wartezeiten“ zu überbrücken sind (z.B. bis berufliche / schulissche Maßnahmen beginnen), wird es „kritisch“ für die Patienten. 








Die weitere Einbindung in strukturierende und begleitende Maßnahmen der Einrichtung (z.B. durch Einzel- und Gruppengespräche) gibt Halt und Struktur, vermeidet Verhaltensrückfälle und fängt destruktive, unreife Abwehrmechanismen auf.

Mit dem Setting der ambulanten / teilstationären Adaption ist ein Rahmen gegeben, der den Patienten ermöglicht, kontinuierlich an ihren Problemen weitenzuarbeiten. Es werden Möglichkeiten eröffnet, die Schwierigkeiten und Probleme des neuen Lebenskontextes zu thematisieren, problembezogene Bewältigungsstrategien zu entwickeln, immer wieder Erleichterung und Ermutigung zu finden, d.h. Ansprechpartner zu haben, die mit Rat und Tat zur Seite stehen. Das positive Erleben von Sinnerfahrung und Belastungsbewältigung wird gefestigt. Die Sicherung der Abstinenz ist zentrales Ziel, wobei die Auseinandersetzung mit den eigenen Grenzen dabei von entscheidender Wichtigkeit ist. Bislang wurde der Konsum von Suchtmitteln – auch legalen – durch die Regeln und Grenzen des stationären Behandlungsrahmens eingeschränkt bzw. verboten. In seiner eigenen Wohnung muss nun jeder Patient seinen eigenen Weg finden.