Die berufliche Eingliederung der Patienten ist ein wichtiger Schwerpunkt unserer Arbeit und ein wesentlicher Bestandteil des (sozio-) therapeutischen Prozesses.

Neben dem sozialethischen Wert von Arbeit (eine Aufgabe haben, sich seinen Lebensunterhalt durch eigene Arbeit verdienen, etc.) ist der Aufbau eines kollegialen Netzwerks durch Arbeitsbeziehungen eine wichtige Ressource für eine erfolgreiche Rehabilitation. Die berufliche Eingliederung wird sowohl durch infrastrukturelle und arbeitsmarktpolitische Rahmenbedingungen, als auch durch die zunehmend schweirigeren persönlichen Voraussetzungen der Patienten erschwert, d.h.:

  1. Die Arbeitsmarktlage ist von hoher Arbeitslosigkeit (insbesondere Jugendarbeitslosigkeit) geprägt.

  2. Die Entwicklung auf dem Lehstellenmarkt ist bei steigenden Bewerberzahlen seit Jahren rückläufig.

  3. Die Zugangsmöglichkeiten zu Beschäftigungs-, Umschulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen werden auf dem Hintergrund der sog. „Hartz“-Gesetzgebung und den Umstrukturierungen innerhalb der aktivierenden Arbeitsmarktpolitik insbesondere für unsere Patienten schwieriger.
  1. Die öffentliche Meinung gegenüber Drogenabhängigen, die durch die Suchtmittelabhängigkeit bedingte Straffälligkeit und die daraus resultierenden Vorstrafen bzw. Haftzeiten der Einzelnen erschweren den Zugang zum sog. ersten Arbeitsmarkt.

  2. Die Pateinten sind in immer stärkerem Maße nicht in der Lage, ihren Alltag eigenständig zu strukturieren.

  3. Die schulischen bzw. beruflichen Voraussetzungen, mit denen die Patienten in die Behandlung kommen, verschlechtern sich kontinuierlich. Ein immer größer werdender Anteil der Patienten verfügt über keinen qualifizierten Schulabschluß und / oder über keine abgeschlossene Berufsausbildung und verfügt häufig nur über defizitäre Deutschkenntnisse.

  4. Erwerbsarbeit ist nicht mehr der allein identitätsbildende Faktor in einer sich ständig verändernden Gesellschaft. Soziale Sicherheit wird z.B. auch durch die Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe (Drogenkonsumenten) erlangt.